Diagnoseaufgaben

Diagnoseaufgaben dienen der Überprüfung der motorischen Basiskompetenzen (Mobak) der Kinder, die für das Erlernen von Bewegungshandlungen nötig sind. Diese sind in die Bereiche «sich bewegen» und «etwas bewegen» unterteilt.

Einschätzung motorischer Basis­kom­pe­ten­zen

Konstrukt

Als motorische Basiskompetenzen gelten jene motorischen Kompetenzen, die von Schüler:innen mindestens benötigt werden, um überhaupt sportliche Bewegungshandlungen qualifiziert ausführen und nachvollziehen zu können. Sie entwickeln sich aus situationsspezifischen Anforderungen in der Sport- und Bewegungskultur, sind nachhaltig erlernbar und berücksichtigen Vorerfahrungen.

Im Vergleich zu den motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten beziehen sich die motorischen Basiskompetenzen (zum Beispiel sicherer Umgang mit dem Ball [etwas bewegen], sichere Bewegung des eigenen Körpers [sich bewegen]; Herrmann, 2018) auf die ergebnisorientierte und funktionale Bewältigung motorischer Anforderungen und Aufgaben (zum Beispiel Zielwerfen). Hierbei kommt den motorischen Basiskompetenzen die Steuerungsfunktion des aufgabenadäquaten Einsatzes motorischer Fähigkeiten (Wieviel Kraft hat das Kind?) und Fertigkeiten (Ist die Wurftechnik des Kindes ausreichend?) zu.

Erfassung

Für eine systematische Förderung der Kinder im Sportunterricht ist eine gezielte Diagnostik der motorischen Basiskompetenzen Voraussetzung. Zur Einschätzung und Messung von motorischen Basiskompetenzen werden daher valide und gleichzeitig für die Unterrichtspraxis praktikable Erhebungsinstrumente benötigt.

Zur Beschreibung des Konstrukts der motorischen Basiskompetenzen und der konkreten Testitems war die Frage handlungsleitend: Was soll ein Kind in einer bestimmten Jahrgangsstufe können, damit eine aktive Teilhabe am Sportunterricht und an der Sport- und Bewegungskultur möglich wird? Zur Sicherung der curricularen Validität erfolgte dies in enger Anknüpfung an die in den deutschsprachigen Lehrplänen formulierten Zielstellungen.

Diese curriculare Anbindung bedingte, dass vier alters- bzw. jahrgangsstufenspezifische Mobak-Testinstrumente entwickelt wurden, welche die Kindergarten- und (sechsjährige) Grundschulzeit vollständig abdecken. Jedes Mobak-Testinstrument umfasst zwei Jahrgangsstufen mit einer Altersspanne von jeweils drei Jahren (MOBAK-KG: 4–6 Jahre, Herrmann, Ferrari et al. 2019; MOBAK-1–2: 6–8 Jahre, Herrmann 2018).

Alle MOBAK-Testinstrumente umfassen die Kompetenzbereiche Sich bewegen mit vier Testitems (Balancieren, Rollen, Seilspringen, Laufen) und Etwas bewegen mit vier Testitems (Werfen, Fangen, Prellen, Dribbeln). Die Mobak-Testitems werden durchgängig dichotom (bestanden versus nicht bestanden) bewertet, um eine standardisierte Bewertung zu erleichtern.

Anwendungsfelder

Die Mobak-Testinstrumente wurden für eine pädagogische Diagnostik und Evaluation motorischer Basiskompetenzen im Sport und Sportunterricht entwickelt. Mit ihnen kann ermittelt werden, welches Kompetenzniveau Schüler:innen zu Beginn einer bestimmten Jahrgangsstufe aufweisen, ob sie sich im Laufe eines Schuljahres verbessern und ob sie das curricular vorgegebene Kompetenzniveau der jeweiligen Jahrgangsstufe erreichen. Durch die Beschreibung des motorischen Leistungsstandes der Kinder werden weiterhin Informationen gewonnen, die den Lehrenden helfen, ihr methodisch-didaktisches Handeln an die Voraussetzungen der Kinder anzupassen.