Ernährung und Essen im 3. Zyklus
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Aktuelle Zahlen
In der HBSC-Studie aus dem Jahr 2022 [Delgrande Jordan et al. 2023] weisen rund drei Viertel der Kinder im Alter von 11 bis 15 Jahren ein Normalgewicht auf (Selbstangaben zu Körpergewicht und Körpergrösse). Etwa 11 Prozent sind übergewichtig und ungefähr 2 Prozent adipös. Rund 11 Prozent der Kinder sind leicht untergewichtig und 34 Prozent moderat bis stark untergewichtig. Während der Anteil an Übergewichtigen bei den Jungen leicht höher ist als bei den Mädchen, lassen sich bei den untergewichtigen Kindern mehr Mädchen finden. Zudem wächst der Anteil übergewichtiger und adipöser Schüler:innen mit steigendem Alter.
Gemäss Daten der schulärztlichen Dienste der Städte Basel, Bern und Zürich aus dem Schuljahr 2022/2023 liegen die Anteile in den drei Städten höher: Rund 25 Prozent der Jugendlichen im dritten Zyklus weisen Übergewicht auf, und davon sind etwas mehr als 6 Prozent als adipös zu bezeichnen. Zudem zeigen diese Daten, dass der Anteil übergewichtiger und adipöser Schüler:innen mit steigendem Alter zunimmt. Zwischen Mädchen und Jungen zeigt sich kein nennenswerter Unterschied. Allerdings sind Jugendliche mit ausländischem Pass und vor allem Jugendliche, deren Eltern über eine geringere Schulbildung verfügen, häufiger betroffen [Stamm et al. 2024].
Neben der Thematik von Übergewicht und Adipositas sind auch die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper sowie Essstörungen ein wichtiges Thema, insbesondere bei Schülerinnen. Die Unzufriedenheit mit dem Körpergewicht wird auf der einen Seite mit der Identitätsfindung und auf der anderen Seite mit den in der Gesellschaft stark verankerten Schönheitsidealen, dem Körperkult und Social Media in Verbindung gebracht [Mensink et al. 2020]. Die Unzufriedenheit kann zur Entwicklung von Essstörungen führen, die mit schweren psychischen und somatischen Problemen einhergehen. Gemäss HBSC-Studie aus dem Jahr 2022 sind etwas mehr als die Hälfte der 11- bis 15-jährigen Jugendlichen mit ihrem Gewicht zufrieden. Mädchen sind unzufriedener mit ihrem Körpergewicht und ihrer Körpererscheinung als Jungen. Etwa 17 Prozent der Schüler:innen nehmen sich als zu dünn und 33 Prozent als zu dick wahr. Weiter geben rund 14 Prozent an, Massnahmen zur Gewichtsreduktion ergriffen zu haben. Mit zunehmendem Alter stimmen Mädchen dieser Aussage stärker zu als Jungen [Delgrande Jordan et al. 2023].
Wichtige Themen
Während der Pubertät kommt es zu physiologischen Veränderungen, die mit einem erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf einhergehen. Der Energiebedarf ist sehr individuell, da dieser unter anderem von Alter, Geschlecht, der körperlichen Aktivität und vom individuellen Entwicklungsstand abhängt [Schuch 2016]. Jugendliche unterscheiden sich von Erwachsenen aber auch bezüglich ihres Lebensstils sowie ihrer Ess- und Trinkgewohnheiten. Das Essverhalten ist eng mit dem Wunsch verbunden, sich vom Elternhaus abzugrenzen und eine eigene Identität zu entwickeln [Schlegel-Matthies et al. 2022]. Dies trägt dazu bei, dass bestimmte Lebensmittel und Essmuster (zum Beispiel Snacking) bei Jugendlichen sehr beliebt sind. Zudem können im dritten Zyklus Störungen des Essverhaltens – mit daraus resultierendem Über- oder Untergewicht oder einem durch Ess-Brech-Gewohnheiten regulierten Normalgewicht – besonders manifest werden. Diese Schüler:innen leider häufiger unter Stigmatisierung und Diskriminierung [World Health Organization 2020].
Im Folgenden sind drei Aspekte aufgeführt, welche unterschiedliche Dimensionen der Ernährung fokussieren. Für jeden Aspekt werden Bezüge zum Lehrplan 21 hergestellt sowie empfohlene Lehrmittel und Unterrichtsmaterialien aufgelistet.
1. Essen im Alltag – gesellschaftliche und kulturelle Dimension
Zentrale Inhalte
- Erkennen, dass Geschmack verschieden wahrgenommen wird und die Wahl der Nahrungsmittel und Getränke beeinflusst
- Bescheid wissen über verschiedene Ernährungs- und Essgewohnheiten
- Nahrungszubereitung als lebensnotwendige Carearbeit verstehen
- Gemeinsam Mahlzeiten gestalten, zusammen geniessen und sich der Umgebung beim Essen bewusst sein
Bezüge zum Lehrplan 21
Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)
Die Schüler:innen
- diskutieren und erproben Handlungsmöglichkeiten und Gewohnheiten, die Gesundheit und Wohlbefinden erhalten und fördern. Dazu gehören die Nutzung von Ressourcen im sozialen Netz, Kenntnisse über gesundes Ess- und Bewegungsverhalten, Hygiene, sicheres Bewegen im Verkehr, die Einschätzung von Gefahren in Bezug auf Naturereignisse und bei der Freizeitgestaltung ebenso wie sachgerechte Handhabung von Maschinen und Materialien. (S. 43)
BNE: fächerübergreifendes Thema Gesundheit
Bedeutung und Zielsetzungen Fachbereich NMG: Inhaltliche Perspektiven Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH)
Die Schüler:innen
- befassen sich mit Rahmenbedingungen, Situationen und Entscheidungen in Haushalten, Arbeits- und Berufswelten sowie mit Fragen zu Gesundheit und Ernährung und erarbeiten Kompetenzen in der Nahrungszubereitung.
Weitere Informationen zu inhaltlichen Perspektiven
Didaktische Hinweise zu Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH), Praktisches Lernen bei der Nahrungszubereitung
Die Schüler:innen
- erleben sich als selbsttätig und selbstwirksam bei der Nahrungszubereitung
- üben sich im Umgang mit Nahrungsmitteln, Rezepten und in der Zubereitung von Gerichten und lernen, selbstständig zu planen.
- nutzen unterschiedliche Varianten der Zusammenarbeit, reflektieren und evaluieren ihren Arbeitsprozess sowie das dabei entstandene Gericht. Forschende Vorgehensweisen ermöglichen den Lernenden zudem, Eigenschaften von unterschiedlichen Nahrungsmitteln differenzierter wahrzunehmen oder die Wirkung von Vorgehensweisen bei der Zubereitung nachzuvollziehen.
- erleben, dass organisiertes Arbeiten sowie Selbstständigkeit und Kooperationsfähigkeit das Zubereiten von Nahrung vereinfachen.
Weitere Informationen zu didaktischen Hinweisen
Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH.4)
Die Schüler:innen
-
können soziale und kulturelle Aspekte beim Essen und Trinken erkennen und deren Einflüsse auf die Entwicklung von Essverhalten reflektieren (zum Beispiel familiäre Gewohnheiten, Peers, Werbung, kulturelle Eigenheiten in Bezug auf Wahl von Nahrungsmitteln und Zubereitung von Mahlzeiten). (WAH.4.2.a)
-
können Nahrungsmittel über die Sinne vergleichen (zum Beispiel Aussehen, Geruch, Geschmack bei Orangensaft), sensorische Eigenschaften beschreiben (zum Beispiel Farbton, Geruchsintensität, Süssegrad) und Vermutungen formulieren, wie Unterschiede entstehen. (WAH.4.2.b)
-
können Handlungsmöglichkeiten für gesundheitsförderndes Essen und Trinken erkennen sowie Anforderungen bei der Umsetzung diskutieren (zum Beispiel täglicher Flüssigkeitsbedarf, Umgang mit zuckerhaltigen Getränken) (WAH.4.2.c)
-
können Essen und Trinken unterschiedlichen Situationen anpassen und variantenreich gestalten. (WAH.4.2.d)
-
können Gerichte mithilfe eines Rezeptes selbstständig zubereiten. (WAH.4.4.b)
-
können Eigenschaften von Nahrungsmitteln bei der Verarbeitung und Zubereitung berücksichtigen (zum Beispiel Erhalt von Geschmack, Konsistenz, Nährwert; Veränderung durch Temperatur, Wasser, Fett). (WAH.4.4.c)
-
können Mahlzeiten situationsangepasst planen und zubereiten (zum Beispiel wenig Zeit für die Nahrungszubereitung, Berücksichtigung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, vorhandene Nahrungsmittel verwerten, finanzielle Möglichkeiten). (WAH.4.4.e)
Religionen, Kulturen, Ethik (RKE)
Die Schüler:innen
- können ausgewählte Gebote und Regeln verschiedener Religionen erläutern und entsprechende Auslegungen, Bräuche und Verhaltensweisen im Alltag erkennen und respektieren (zum Beispiel Ernährung, Kleidung, Ruhezeiten). (RKE.4.2.c)
Räume, Zeiten, Gesellschaften (RZG)
Die Schüler:innen
- können einzelne Aspekte des Alltagslebens aus verschiedenen Zeiten vergleichen und Ursachen von Veränderungen benennen (zum Beispiel Wohnen, Ernährung, Freizeit). (RZG.5.3.b)
Empfohlene Lehrmittel
- Das WAH-Buch (Wespi u. Senn 2019)
- Speisekarte (Högger 2013)
- Im Schla(u)raffenland (Gugerli-Dolder 2004)
- So essen sie! (Imhof 2007)
- Tiptopf (Berset et al. 2023)
- Greentopf (Stöckli et al. 2019)
- So schmeckt Heimat! (Kastenhuber 2019)
- SchmExperten in der Lernküche (Braukmann 2022)
- Klimatopf (Stöckli 2024)
- Aha! WAH Band 2: Ernähren, Managen (Grünig u. Holliger 2025)
- Obst- und Gemüsevielfalt entdecken (Hoffmann 2025)
Webseiten mit Informationen und Unterrichtsmaterialien
- Radix: Informationen rund um die Schweizer Qualitätsstandards für Mittagstische
- Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Unterrichtsmaterial
- Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Essen in der Schule/Schulverpflegung
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Sekundarstufe – Reflektieren, bewerten, entscheiden
2. Körper und Gefühle – ernährungsphysiologische und emotionale Dimension
Zentrale Inhalte
-
Sich mit dem Gesundheitswert ausgewählter Nahrungsmittel beschäftigen
-
Lebensmittel und Getränke der Lebensmittelpyramide zuordnen können
-
Ausgewogene Ernährung, Notwendigkeit von Essen und Trinken (Essverhalten und Leistungsfähigkeit)
-
Bedeutung der Hygiene verstehen und wichtigste Regeln dazu kennen
-
Strategien im Umgang mit Stress und unangenehmen Gefühlen kennen
-
Zusammenhänge zwischen körperlichem Erscheinungsbild, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Wohlbefinden und Essgewohnheiten erkennen
-
Sich mit Essstörungen sowie deren Ursachen und Auswirkungen auseinandersetzen
Bezüge zum Lehrplan 21
überfachliche Kompetenzen
Die Schüler:innen
- können eigene Gefühle wahrnehmen und situationsangemessen ausdrücken
- können ihre Interessen und Bedürfnisse wahrnehmen und formulieren
- können auf ihre Stärken zurückgreifen und diese gezielt einsetzen
- können eigene Einschätzungen und Beurteilungen mit solchen von aussen vergleichen und Schlüsse ziehen (Selbst- und Fremdeinschätzung)
Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)
Die Schüler:innen
- «lernen zunehmend, Mitverantwortung für ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit zu übernehmen. Dafür erwerben sie Wissen über den menschlichen Körper, dessen Funktionsweise und über verschiedenste Faktoren, die Wohlbefinden und Gesundheit beeinflussen. Dazu gehören Bereiche wie Ernährung, Bewegung, psychische Gesundheit, soziale Netze, Sexualität, Partnerschaft, Sucht und Gewalt. Die Schüler:innen befassen sich mit Krankheit, gesundheitlichen Risiken und Unfällen und erkennen vielfältige Einflüsse auf die Gesundheit. (S. 43) (BNE)
Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH.4)
Die Schüler:innen .
- können den Zusammenhang unterschiedlicher Einflüsse auf die Gesundheit erklären (zum Beispiel Ernährung, Bewegung, Entspannung, Körperhaltung, Arbeitsbedingungen, Belastungen). (WAH.4.1.a)
- können im Alltag Bedingungen, Situationen und Handlungsweisen erkennen und benennen, die für die Gesundheit eine förderliche bzw. abträgliche Wirkung haben (zum Beispiel Genuss, Sucht, Bewegung). (WAH.4.1.b)
- erkennen Gesundheit als Ressource und können sowohl Herausforderungen als auch Strategien für deren Erhaltung benennen. (WAH.4.1.c)
- können die Wahl von Nahrung aus gesundheitlicher Perspektive beurteilen und Handlungsalternativen formulieren (WAH.4.3.a)
- können im Umgang mit Nahrung die Wirkung von Mikroorganismen berücksichtigen (zum Beispiel Haltbarkeit, Hygiene, Zubereitung). (WAH.4.4.a)
Religionen, Kulturen, Ethik (RKE)
Die Schüler:innen
- lernen auf Gefühle und Bedürfnisse zu achten, Spannungen wahrzunehmen und wo nötig auszuhalten. (RKE.5.4.a)
- können vereinnahmende Einflüsse auf mögliche Ursachen analysieren und sich abgrenzen (zum Beispiel Manipulation, Modetrends, Gruppendruck, Mobbing). (RKE.5.4.d)
Berufsorientierung (BO)
Die Schüler:innen
- können Schwierigkeiten, belastende Gefühle und Gründe für Frustration im Bildungs- und Berufswahlprozess benennen, sich damit auseinandersetzen und sich ihrer Ressourcen bewusst bleiben (zum Beispiel Fähigkeiten, Unterstützung im Umfeld). (BO.3.2a)
- können bei Schwierigkeiten ressourcenorientiert Lösungen entwickeln (zum Beispiel alleine, mit Erziehungsberechtigten und/oder Fachpersonen). (BO.3.2c)
Natur und Technik (NT)
Die Schüler:innen
- können Stoffwechselvorgänge analysieren und Verantwortung für den eigenen Körper übernehmen. (NT.7.2)
- können Ergebnisse experimenteller Untersuchungen (zum Beispiel Nährstoffnachweise in Lebensmitteln, Verdauung im Reagenzglas) dazu nutzen, um die Ansprüche des eigenen Körpers einzuschätzen und entsprechend zu handeln. (NT.7.2.c)
Empfohlene Lehrmittel
- NaTech 7–9 (Autor:innen-Team NaTech 2019)
- Das WAH-Buch (Wespi u. Senn 2019)
- Speisekarte (Högger 2013)
- Die Ernährungspyramide im Unterricht (BZfE 2024)
- Aha! WAH Band 2: Ernähren, Managen (Grünig u. Holliger 2025)
- Der Weg der Nahrung (Kessner u. Hoffmann 2025)
Webseiten mit Informationen und Unterrichtsmaterialien
3. Nachhaltiger Konsum – gesellschaftliche, ökonomische und ökologische Dimension
Zentrale Inhalte
-
Sich der eigenen Verantwortung bei der Nahrungsmittelwahl bewusst sein
-
Produktionswege von Nahrungsmitteln (zum Beispiel vom Korn zum Brot, von der Milch zum Käse) kennen
-
Informationen zu Nahrungsmitteln gewinnen und verstehen
-
Kriterien für Kaufentscheidungen kennen
-
Verstehen, wie Werbung die Menschen beeinflusst
Bezüge zum Lehrplan 21
Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)
Die Schüler:innen
- erkunden Produktions- und Arbeitswelten und lernen wirtschaftliche Regeln und Prozesse kennen. Sie erwerben Kenntnisse über Herkunft, Produktion und Verbrauch von Gütern sowie über die Bereitstellung von Dienstleistungen. Sie analysieren deren Bedeutung für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft.
- setzen sich mit Konsum und Konsumgestaltung sowie möglichen Einflussfaktoren auseinander. Sie können Konsumentscheide begründen und reflektieren ihr Konsumverhalten im Hinblick auf einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Die Schüler:innen befassen sich mit dem Thema Ernährung sowohl in Bezug auf gesundheitliche, ökologische und ökonomische Aspekte im Lebensalltag wie auch als globale Herausforderung. (S. 44)
BNE: fächerübergreifendes Thema Gesundheit
Bedeutung und Zielsetzungen Fachbereich NMG: Inhaltliche Perspektiven Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH)
Die Schüler:innen
- befassen sich mit Rahmenbedingungen, Situationen und Entscheidungen in Haushalten, Arbeits- und Berufswelten sowie mit Fragen zu Gesundheit und Ernährung und erarbeiten Kompetenzen in der Nahrungszubereitung.
Weitere Informationen zu inhaltlichen Perspektiven
Natur und Technik (NT)
Die Schüler:innen
- können sich angeleitet über die Bedeutung von naturwissenschaftlich-technischen Anwendungen für den Menschen informieren, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Ethik (zum Beispiel Gentechnik, Nanostoffe, Haltbarmachung von Milch, Antibiotika). (NT.1.3.a)
Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH.1)
Die Schüler:innen
- können ökonomische, ökologische und soziale Überlegungen in der Güterproduktion bzw. der Bereitstellung von Dienstleistungen aus Sicht des Produzenten bzw. Anbieters beschreiben und Interessens- und Zielkonflikte erklären. (WAH1.3.b)
Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH.3)
Die Schüler:innen
- können unterschiedliche Einflüsse auf die Gestaltung des Konsumalltages erkennen und benennen, sowie deren Bedeutung für das eigene Konsumieren reflektieren (zum Beispiel Marktangebot, finanzielle Ressourcen, Medien, soziales Umfeld). (WAH3.1.b)
- können bei Konsumgütern ausgewählte Marketingstrategien untersuchen und deren Einfluss auf Konsumentscheidungen diskutieren (zum Beispiel Werbe- und Verkaufsstrategien, Marken). (WAH.3.1.c)
- können ökonomische, ökologische oder soziale Folgen des Konsums aus verschiedenen Perspektiven betrachten (zum Beispiel Konsument, Produzent, Arbeitnehmer, Gesellschaft). (WAH.3.2.b)
- können anhand des Produktlebenszyklus von Gütern aufzeigen, welche ökonomischen, ökologischen und sozialen Überlegungen in Konsumentscheidungen einfliessen. (WAH.3.2.c)
- können ausgehend von Situation und Bedarf sowie den Konsumangeboten eine an Kriterien orientierte Kaufentscheidung ableiten. (WAH.3.3.b)
Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH.4)
Die Schüler:innen
- können den Einfluss von politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Faktoren auf gesundheitsfördernde Lebensbedingungen von Menschen erklären (zum Beispiel Wohnumfeld, Arbeitsplatzbedingungen, Höhe des Einkommens). (WAH.4.1.d)
- können Gerichte unter Berücksichtigung von gesundheitlichen und ökologischen Aspekten auswählen und zubereiten (zum Beispiel Energie- und Nährwert von Nahrungsmitteln, nährstofferhaltende Zubereitung, saisonale Nahrungsmittel). (WAH.4.4.d)
- können an exemplarischen Lebensmitteln globale Zusammenhänge der Lebensmittelproduktion aufzeigen (zum Beispiel Produktionsstandorte, Produktionsprozesse, Umgang mit Ressourcen wie Luft, Boden, Wasser, Arbeits- und Einkommensbedingungen). (WAH.4.5.a)
- können Lebensmittelangebote nach lokalen und globalen Wirkungen analysieren (zum Beispiel Fleisch, Fisch, Gemüse, Früchte). (WAH.4.5.b)
- setzen sich mit Fragen der zukünftigen Ernährungssicherung einer steigenden Weltbevölkerung auseinander. (WAH.4.5.c)
- können Handlungsmöglichkeiten als Beitrag zur weltweiten Ernährungssicherung diskutieren. (WAH.4.5.d)
Empfohlene Lehrmittel
- 1024 Ansichten (Pitteloud 2015)
- Ich du wir Konsum (Kaufmann et al. 2015)
- Alltagsstark (Brändle et al. 2017)
- Das WAH-Buch (Wespi u. Senn 2019)
- Iss was?! Tiere, Fleisch & Ich (Heinrich-Böll-Stiftung 2018)
- Rind und Fleisch – umsetzen 7 (Wüst et al. 2014)
- WAHandeln (Bamert u. Schütz Lenggenhager 2018)
- Der kluge Einkaufswagen (Ahmandi u. BAFU 2008)
- Die Zukunft in der Tasche (Ahmandi u. BAFU 2012)
- Klimatopf (Stöckli 2024)
- Aha! WAH Band 2: Ernähren, Managen (Grünig u. Holliger 2025)
- Was hat unser Essen mit dem Klima zu tun? (Hoffmann 2025)
- Nachhaltiger Einkaufen – was geht? (Brüggmann 2021)
Webseiten mit Informationen und Unterrichtsmaterialien
- Auf healthy3.ch finden sich verschiedene Hinweise auf Lehrmittel und Unterrichtsmaterialien zum Thema nachhaltige Ernährung für Schüler:innen ab 12 Jahren.
- Auf WWF – nachhaltig leben finden sich viele praktische Tipps für den Alltag.
- Der Klimarechner für deine Küche. Hier kann für eigene Rezepte ausgerechnet werden, wie klimafreundlich sie sind.
- SRF Forward Folgende Sendungen greifen jugendgerecht relevante Themen rund um Ernährung und Nachhaltigkeit auf:
- Massenprodukt Ei – Deshalb haben Legehennen ein kurzes Leben
- Pestizide: «Wir müssen aufhören!» – «Ohne geht es nicht!»
- Häufig gesuchte Fragen zu Massentierhaltung und Fleischkonsum
- Nutztierhaltung in der Schweiz: Wo sind die Tiere, die wir essen?
- Auf PUSCH findet man inhaltlich fundierte Unterrichtsvorschläge zu Konsum, Abfall, Food Waste, Klima und Wasser.
- Ob online oder mit dem CLEVER Escape Spiel – wir helfen persönliches Konsumverhalten zu hinterfragen und zu verbessern.
- Mit dem Workshop «Dein Essen. Unser Klima.» wird in drei Modulen gezeigt, wie einfach es sein kann, in unserem Alltag etwas für den Klimaschutz zu tun. Und zwar mit der täglichen Entscheidung, was in den Einkaufskorb und auf unsere Teller kommt.
- Unterrichtsmaterial Praxisbuch Zukunftsesser: Klimafreundliche Ernährung im Unterricht und Schulalltag.
Lehrmittel und Unterrichtsmaterialien
| Der kluge Einkaufswagen |
Ahmandi, Markus, und Bundesamt für Umwelt (BAFU). 2008. Der kluge Einkaufswagen: Unterrichtseinheit zu den Themen Umwelt, Konsum, Ökobilanzen. 4.-7. Schuljahr. Lehrerheft mit Arbeitsblättern. Bern: Bundesamt für Umwelt (BAFU). |
|---|---|
| Die Zukunft in der Tasche | Ahmandi, Markus, und Bundesamt für Umwelt (BAFU). 2012. Die Zukunft in der Tasche: Unterrichtseinheit zu Umwelt, Konsum, Ökobilanzen. Ab 9. Schuljahr. Heft für Lehrpersonen, mit Arbeitsblättern. Bern: Hep-Verlag. |
| Tiptopf |
Berset, Annic, Ursula Furrer-Heim, Ursi Streiff, Rita Batoni, Sabrina Bürgi, Selina Lüthi, Nicole Möschler, et al. 2023. Tiptopf. Bern: Schulverlag plus. |
| NaTech 7–9 | Autorinnen-/Autoren-Team NaTech. 2019. NaTech 7–9. Zürich: Lehrmittelverlag Zürich. |
| WAHandeln | Bamert, Ursi, und Claudia Schütz Lenggenhager. 2018. WAHandeln. Rohrschach: Lehrmittelverlag St.Gallen. |
| Alltagsstark |
Brändle, Lea, Sabrina Bürgi, Mariangela Eggmann, Nicolai Kozakiewicz, und Oliver Zähner. 2017. Alltagsstark für Wirtschaft, Arbeit, Haushalt, Sekundarstufe 1. Mörschwil: KLV Verlag AG. |
| SchmExperten in der Lernküche |
Braukmann, Melanie, Larissa Kessner, Ingrid Brüggemann und Susanne Gründwald. 2022. SchmExperten in der Lernküche. Ernährungsbildung in den Klassen 6 bis 8. Bonn: BZfE. |
| Nachhaltiger einkaufen – was geht? |
Brüggemann, Ingrid und Silke Hoffmann. 2025. Nachhaltiger einkaufen – was geht?. Bonn: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). |
| Ernährungspyramide im Unterricht |
Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). 2024. Die Ernährungspyramide im Unterricht. Bonn: BLE. |
| Aha! WAH |
Grüning, Anna Katharina und Susanna Ursula Holliger. 2025. Aha! WAH. Band 2: Ernähren, Managen. Bern: hep Verlag. |
| Im Scha(u)raffenland |
Gugerli-Dolder, Barbara. 2004. Im Schla(u)raffenland. Eine Unterrichtshilfe zum Thema Pausenkiosk und Ernährung. Zürich: Verlag Pestalozzianum (PHZH). |
| Iss was?! Tiere, Fleisch & Ich |
Heinrich-Böll-Stiftung e.V. 2018. «Dossier: Iss was?! Tiere, Fleisch & Ich.». Berlin: Heinrich-Böll-Stiftung e.V. |
| Obst- und Gemüsevielfalt entdecken |
Hoffmann, Silke. 2025. Obst- und Gemüsevielfalt entdecken. Unterrichtsmodule ab Sekundarstufe I. Bonn: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). |
| Was hat unser Essen mit dem Klima zu tun? |
Hoffmann, Silke. 2025. Was hat unser Essen mit dem Klima zu tun?. Bonn: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). |
| Speisekarte |
Högger, Dominique. 2013. Speisekarte. Eine Orientierungshilfe durch das Land von zu viel und zu wenig. Unterlagen für Unterricht und Ernstfall rund um Esskultur, Übergewicht und Essstörungen. 3., angepasste Aufl. Windisch: Beratungsstelle Gesundheitsbildung und Prävention. |
| So essen Sie! |
Imhof, Christine. 2007. So essen Sie! Fotoportraits von Familien aus 15 Ländern. Ein Erkundungsprojekt rund um das Thema Ernährung. Mülheim an der Ruhr: Verlag an der Ruhr GmbH. |
| So schmeckt Heimat! |
Kastenhuber, Jenny. 2019. So schmeckt Heimat. Jugendliche Geflüchtete kochen Lieblingsrezepte aus ihren Herkunftsländern. Nürnberg: klein & gross Verlag. |
| Der Weg der Nahrung |
Kessner, Larissa und Silke Hoffmann. 2025. Der Weg der Nahrung. Bonn: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). |
| Ich Du Wir Konsum | Informationen zur Lehrmittelreihe |
| 1024 Ansichten |
Pitteloud, Marie-Françoise. 2015. Poster «1024 Ansichten» – Essen einkaufen: ein kritischer Blick auf unseren Konsum. Bern: Stiftung éducation21. |
| Tiere wollen leben! |
Sezgin, Hilal. 2023. Tiere wollen leben! Warum Kühe auch Rechte haben und Schnitzel schlecht fürs Klima sind. Frankfurt am Main: FISCHER Sauerländer. |
| Greentopf |
Stöckli, Franziska, Rolf Hiltl, Dorrit Türck, Marsha Lehmann, Desirée Fischer, Christian Graf, Bettina Biedermann, und Schulverlag plus AG. 2020. Greentopf: Vegetarisch, Vegan, Vielfältig. 3., erweiterte Aufl. Bern: Schulverlag plus AG. |
| Klimatopf |
Stöckli, Franziska. 2024. Klimatopf: Zukunftsfähig. Nachhaltig. Genussvoll. Aarau: AT Verlag AG. |
| Das WAH-Buch |
Wespi, Claudia, und Corinne Senn. 2019. Das WAH-Buch. Bern: Schulverlag plus. |
| Rund und Fleisch – umsetzen 7 |
Wüst, Letizia, Andrea Wettstein, Christoph Buchs, Verena Muheim, Christine Künzli David, und Franziska Bertschy. 2014b. «Rind und Fleisch – umsetzen 7.» In Querblicke - Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung. Herzogenbuchsee: INGOLDVerlag. |
Programme und Projekte
Bodytalk PEP – Prävention von Essstörungen
Bodytalk – PEP ist ein Workshopangebot der Fachstelle PEP (Prävention, Essstörungen, Praxisnah). Es ermöglicht Jugendlichen ab 12 Jahren unter Anleitung einer Fachperson, sich zum Beispiel mit kulturellen Normen und Vorbildern auseinanderzusetzen. Dabei soll ein positives Selbstwert- und Körpergefühl gestärkt werden.
GORILLA
GORILLA ist ein Gesundheitsförderungs- und Bildungsprogramm. Mit Freestyle-Sportarten und durch junge Instruktor:innen wird die Freude an Bewegung, gesunder Ernährung und einem nachhaltigen Lebensstil in Tagesworkshops weitergegeben. Angesprochen werden Jugendliche der Oberstufenschule.
Lernvideos ergänzen das Angebot und richten sich direkt an die Jugendlichen, damit diese auch ausserhalb der Schule die Sportarten erlernen können.
Zusätzlich bietet das GORILLA Schulprogramm Unterrichtslektionen an, unter anderem für die Fachbereiche WAH und BS. Die Lektionen orientieren sich am Lehrplan 21 und lassen sich fächerübergreifend behandeln.
Bundeszentrum für Ernährung
Rund um die Ernährungsbildung unterstützt das Bundeszentrum für Ernährung (D) Lehrkräfte mit praxiserprobten Ideen, kleinen Modulen und ausgearbeiteten Unterrichtskonzepten. Die Unterrichtsmaterialien bieten Schüler:innen die Möglichkeit, sich sinn- und handlungsorientiert mit der Vielfalt und Qualität von Lebensmitteln auseinander zu setzen.
Pusch Unterrichtsmaterial für Lehrpersonen
Unterrichtsvorschläge zu aktuellen Umweltthemen wie Konsum, Abfall, Food Waste und Klima. Die Unterrichtsideen bieten jeweils Material für ein bis vier Lektionen, stützen sich auf die Kompetenzziele des Lehrplans 21. In den Unterrichtsvorschlägen finden Sie Hintergrundinformationen, Anleitungen für Schüler:innenaktivitäten, Mysterys, Rollenspiele oder Podiumsdiskussionen. Zudem beinhaltet jeder Vorschlag eine Sequenz, in der die Schüler:innen dazu angeregt werden, eigene Handlungsabsichten zu formulieren.
Greentopf Projects
Ausgehend vom Lehrmittel Greentopf werden auf der Webseite von Greentopf Projects kreative Ideen (zum Beispiel Greentopf Channel) und Angebote für Schulen (Weiterbildungen, Projektwochen usw.) vorgestellt. Dabei wird ein nachhaltiger und partizipativer Ansatz gewählt, der eine ganzheitliche Ernährungsbildung in Schulen umsetzen möchte.
Literaturverzeichnis
Delgrande Jordan, Marina, Valentine Schmidhauser, und Nora Balsiger (2023) Santé et bienêtre des 11 à 15 ans en Suisse – Situation en 2022, évolution dans le temps et corrélats.
Résultats de l’étude Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) (rapport de recherche No 159). Lausanne: Addiction Suisse.
Mensink, Gert B. Marjolein Haftenberger, Clarissa Lage Barbosa, Anna-Kristin Brettschneider, Franziska Lehmann (2020) EsKiMo II – Die Ernährungsstudie als KiGGS-Modul.
Berlin: Robert Koch-Institut.
Schlegel-Matthies, Kirsten, Silke Bartsch, Werner Brandl, Barbara Methfessel (2022) Konsum – Ernährung – Gesundheit. Didaktische Grundlagen der Ernährungs- und Verbraucherbildung.
Stuttgart: utb GmbH.
Schuch, Sonja (2016) Essen und Trinken in der Schule. 1.–13. Schulstufe.
Wien: give – Servicestelle für Gesundheitsbildung.
Stamm, Hanspeter, Michela Ceschi, Denise Felber Dietrich, Markus Ledergerber, und Sandra Walter (2024) Monitoring der Gewichtsdaten der schulärztlichen Dienste der Städte Basel, Bern und Zürich. Entwicklung von Übergewicht/Adipositas bei Kindern und Jugendlichen im Schuljahr 2022/2023 mit Sonderfokus «Adipositas».
In: Faktenblatt 103. Bern: Gesundheitsförderung Schweiz.
World Health Organization (WHO) (2020) Noncommunicable diseases: Childhood overweight and obesity.
WHO: Prevention of Noncommunicable Diseases (PND).
Letzte Aktualisierung: 24. August 2026