Gewalt im 1. Zyklus

Spielerisches Raufen ist bei Kindern normal. Doch schon früh können sie Zeugen oder Opfer von Gewalt werden und selbst zu Wutanfällen, Regelverstössen, absichtlichem Ärgern oder Plagen von anderen neigen. Deshalb liegt der Fokus in diesem Alter auf der Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen.

Inhalt dieser Seite

Wichtige Themen

Im Zentrum des ersten Zyklus steht die Zugehörigkeit und der Gruppenzusammenhalt. Ziel ist es, dass die Kinder lernen sich selbst und andere wahrzunehmen, Vertrauen aufzubauen und Grenzen zu akzeptieren.

Durch die Förderung von überfachlichen Kompetenzen lernen sie sich zu verständigen, gemeinsam etwas zu unternehmen, andere einzubeziehen und sich zu vertragen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Förderung der Emotionsregulation und der Selbstregulation, also die Fähigkeit, Gefühle zeigen und verstehen zu können, den Umgang mit Frustration und Konflikten zu üben und Empathie zu entwickeln.

Im Folgenden werden vier Themen aufgeführt, die im ersten Zyklus wichtig sind. Für jedes Thema werden Bezüge zum Lehrplan 21 hergestellt sowie empfohlene Lehrmittel und Unterrichtsmaterialien aufgelistet.

Zentrale Inhalte

  • Selbstwahrnehmung: eigene Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen und ausdrücken
  • Standfestigkeit und Selbstsicherheit im Umgang mit Gleichaltrigen entwickeln
  • Nein-Sagen können

Bezüge zum Lehrplan 21

Grundlagen des Lehrplans 21, Schwerpunkte des 1. Zyklus
  • «Kinder im 1. Zyklus erfahren sich als eigenständige Personen, welche die Welt erproben, die Initiative ergreifen, selbstständig Aufgaben lösen, Stärken entwickeln und ihre Selbsteinschätzung differenzieren.» (S. 49).

Zu den Schwerpunkten des 1. Zyklus

Überfachliche Kompetenzen (ÜK)

Die Schüler:innen

  • können Kritik annehmen und die eigene Position hinterfragen (S. 38).

ÜK: Soziale Kompetenzen

Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG)

Die Schüler:innen

  • können sich vor Gefahren schützen und kennen entsprechende Schutzmassnahmen (zum Beispiel im Strassenverkehr, bei Gewalt in der Schule, bei handwerklichen Arbeiten). (NMG.1.2.b)
  • können unangenehme und ungewollte Handlungen an ihrem Körper benennen und sich dagegen abgrenzen (zum Beispiel Nein-Sagen, Hilfe holen). (NMG.1.2.b)
  • können in Konflikten angeleitet eigene Bedürfnisse und Befindlichkeiten formulieren und jene von anderen wahrnehmen. (NMG.10.1.b)

Empfohlene Lehrmittel

Zentrale Inhalte

  • Auslöser von negativen Gefühlen erkennen
  • Wirksame Strategien im Umgang mit negativen Gefühlen entwickeln (Erhöhung der Frustrationstoleranz und Impulskontrolle)

Bezüge zum Lehrplan 21

Überfachliche Kompetenzen (ÜK)

Die Schüler:innen

  • können Kritik angemessen, klar und anständig mitteilen und mit konstruktiven Vorschlägen verbinden.

  • können Kritik annehmen und die eigene Position hinterfragen.

  • können Formen und Verfahren konstruktiver Konfliktbearbeitung anwenden (S. 38).

ÜK: Soziale Kompetenzen

Bewegung und Sport (BS), didaktische Hinweise
  • Der Bewegungs- und Sportunterricht bietet «Gelegenheiten, den Umgang mit Emotionen zu thematisieren, die Konfliktfähigkeit zu verbessern und Aspekte des Fairplay einzubringen» (S. 436).

Weitere Informationen zu den Schwerpunkten von Bewegung und Sport

Empfohlene Lehrmittel

Zentrale Inhalte

  • Kommunikationsfähigkeit, eigene Interessen und Meinungen einbringen

  • Empathie: Einfühlungsvermögen, Perspektivenübernahme, Neugierde für das Fremde entwickeln

  • Gesprächsregeln kennen und einhalten

  • Klassenthemen vereinbaren und erfolgreich zusammenarbeiten

Bezüge zum Lehrplan 21

Grundlagen des Lehrplans 21, Schwerpunkte des 1. Zyklus

Die Schüler:innen

  • Kinder im 1. Zyklus erleben «das Sich-Einfügen in eine grössere Gruppe von Gleichaltrigen, erfahren unterschiedliche Beziehungen und lernen, diese zu gestalten. Sie lernen, Interessen und Wünsche anderer Kinder zu berücksichtigen, zu kooperieren und Konflikte mit und ohne Unterstützung zu lösen (S. 49).

Zu den Schwerpunkten des 1. Zyklus

Überfachliche Kompetenzen (ÜK)

Die Schüler:innen

  • können sachlich und zielorientiert kommunizieren, Gesprächsregeln anwenden und Konflikte direkt ansprechen.
  • können sich in die Lage einer anderen Person versetzen und sich darüber klar werden, was diese Person denkt und fühlt.
  • können die von der Schule bereitgestellten Hilfen nutzen und Instrumente zur gewaltfreien Konfliktlösung akzeptieren. (S. 38).

ÜK: Soziale Kompetenzen

Bewegung und Sport (BS), didaktische Hinweise
  • «Der Bewegungs- und Sportunterricht fördert fachliche und überfachliche Kompetenzen. Im Unterricht ergeben sich vielfältige Anknüpfungspunkte, um personale, soziale und methodische Kompetenzen zu fördern» (S. 431), zum Beispiel Kooperationsfähigkeit oder Konfliktfähigkeit.

Weitere Informationen zu den Schwerpunkten von Bewegung und Sport

Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG)

Die Schüler:innen

  • können Erfahrungen von Zusammenleben beschreiben und Möglichkeiten für gelungenes Zusammenleben formulieren (zum Beispiel Rücksicht nehmen, miteinander feiern). (NMG.10.1.a)
  • können Vorschläge für eine faire Konfliktlösung äussern und sich an Abmachungen halten.(NMG.10.1.c)

Empfohlene Lehrmittel

Zentrale Inhalte

  • Konfliktsituationen als solche erkennen und benennen können
  • Lösungsvorschläge suchen
  • Vor- und Nachteile von Lösungen abschätzen und sich für eine Lösung entscheiden
  • Schwierige Situationen meistern
  • Zivilcourage (wann wird Hilfe benötigt und wie kann angemessen reagiert werden)

Bezüge zum Lehrplan 21

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) 

Die Schüler:innen

  • diskutieren und erproben Handlungsmöglichkeiten und Gewohnheiten, die Gesundheit und Wohlbefinden erhalten und fördern (S. 43).

BNE: fächerübergreifendes Thema Gesundheit

Überfachliche Kompetenzen

Die Schüler:innen

  • können sachlich und zielorientiert kommunizieren, Gesprächsregeln anwenden und Konflikte direkt ansprechen.
  • können Formen und Verfahren konstruktiver Konfliktbearbeitung anwenden.
  • können in einer Konfliktsituation einen Konsens suchen und diesen Konsens anerkennen.
  • können Konfliktsituationen, die sich nicht lösen lassen, aushalten und nach neuen Konfliktlösungsmöglichkeiten suchen; wenn nötig holen sie bei Drittpersonen Unterstützung.
  • können die von der Schule bereitgestellten Hilfen nutzen und Instrumente zur gewaltfreien Konfliktlösung akzeptieren (S. 38).

ÜK: Soziale Kompetenzen

Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG)

Die Schüler:innen

  • können in Geschichten und Alltagssituationen gerechte und ungerechte Momente wahrnehmen und benennen. (NMG.11.4.a)
  • können anhand dieser Geschichten und Alltagssituationen über Schritte zu mehr Gerechtigkeit sprechen. (NMG.11.4.a)
  • können ethisch problematische Situationen aus der Lebenswelt beschreiben und diskutieren (zum Beispiel Ungerechtigkeit, Gewalt). (NMG.11.4.b)

Empfohlene Lehrmittel

Lehrmittel und Unterrichts­materialien

Mutig gegen Mobbing

Alsaker, Françoise D. 2017. Mutig gegen Mobbing: In Kindergarten und Schule. Bern: Hogrefe. 

Denk-Wege Informationen zum Programm
Faustlos

Cierpka, Manfred, und Andreas Schick. 2014. FAUSTLOS – Grundschule. Ein Curriculum zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und zur Gewaltprävention. 3. Auflage mit neuem, aktualisiertem Bildmaterial. Göttingen: Hogrefe.

Streiten, helfen, Freunde sein

Erkert, Andrea, und Kasia Sander. 2011. Streiten, helfen, Freunde sein: Spiele, Lieder und anregende Angebote zur Förderung von Toleranz, emotionaler und sozialer Kompetenz in Kindergarten und Grundschule. Münster: Ökotopia.

Lubo aus dem All!

Hillenbrand, Clemens, Thomas Hennemann, Sonja Hens, und Dennis Hövel. 2018. «Lubo aus dem All!» – 1. und 2. Klasse: Programm zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen. 5. aktualisierte und erweiterte Auflage. München: Reinhardt.

Verhaltenstraining im Kindergarten

Koglin, Ute, und Franz Petermann. 2013. Verhaltenstraining im Kindergarten. Ein Programm zur Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen. 2. überarb. Aufl. Göttinge: Hogrefe.

Bilderbücher

Programme und Projekte

Programm zur Förderung personaler und sozialer Kompetenzen.

Lehrmittel für den Kindergarten, die Unterstufe und die Mittelstufe und Angebot für Primarschuleinheiten zur systematischen Förderung von überfachlichen Kompetenzen.

Informationen zum Programm

Ein Curriculum des Heidelberger Präventionszentrum (HPZ) zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und zur Gewaltprävention (gebunden an spezielle Fortbildung).

Letzte Aktualisierung: 24. August 2026