Kompetenzorientierte Lernaufgaben
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Die kompetenzorientierten Lehrpläne bilden die verbindliche Basis zur Umsetzung eines kompetenzorientierten Sportunterrichts, der grundsätzlich auf die Teilhabe an der Bewegungs- und Sportkultur zielt. Neben dem bisherigen Fokus «Können» unterstützen die kognitive Kompetenzdimension «Wissen» sowie die motivationalen Aspekte und die Haltung «Wollen» das Lernen und Handeln (Ferrari & Baumgartner, 2021).
Um der Kompetenzorientierung Rechnung zu tragen ist es im Bewegungs- und Sportunterricht wichtig, dass die Lehrpersonen ihr Unterricht variationsreich gestalten, zum Beispiel durch altersadäquate Lernaufgaben.
Was sind Lernaufgaben?
Lernaufgaben sind offene Aufgabenstellungen, die an die Lebenswelt der Kinder anknüpfen und vielfältige Lösungsstrategien und ‑wegen anbieten, die die Kinder selbstständig und im sozialen Austausch mit anderen Kindern erarbeiten. Die Lernaufgaben sind den Lern- und Entwicklungsstand der Kinder angepasst und ermöglichen unter anderem eine individuelle Förderung der motorischen Kompetenzen. Die Kinder übernehmen dabei die Verantwortung für das eigene Lernen, was unter anderem die Motivation steigert, eine intensive Auseinandersetzung unterstützt und produktive Lösungen ermöglicht.
Lernaufgaben aktivieren die Kinder kognitiv und motorisch und fördern das handlungsorientierte Lernen (Schönfeld, 2020), das zur Lösung von Bewegungsproblemen (Pfitzner & Aschebrock, 2013) und zu einem motorischen Kompetenzzuwachs führt, welcher für die Bewältigung weiterer Lernaufgaben oder Anwendungssituationen von grosser Bedeutung ist.
Gute Lernaufgaben
- ermöglichen motorische und kognitive Aktivierung,
- erlauben unterschiedliche Herangehensweisen,
- knüpfen an Bekannten an,
- haben einen offenen Ausgang,
- werden selbständig gelöst,
- bedingen soziale Interaktion und
- berücksichtigen die Heterogenität der Kinder
(Müller, 2010; Pfitzner & Aschebrock, 2013; Seiler, Ferrari & Messmer, 2016)
Lernen und lehren in Bewegung
Das bewegungsbezogene Handeln findet in einem dialogischen Prozess zwischen den Lehrenden und Lernenden statt. Aktivierende Lernaufgaben bilden dabei die Grundlage für lernförderlichen Situationen. Wie das Lehr-Lern-Modell (Abb. 2) verdeutlicht, sind die Aufgabenstellung und das aufgabenbezogene Handeln von Lehrenden und Lernenden deshalb eng miteinander verzahnt.

Über anregenden Lernaufgaben erfolgt die Initiierung des Lern- und Problemlösungsprozesses sowie die motorische und kognitive Aktivierung der Kinder. In der selbstständigen Erarbeitungsphase werden die Lernenden von den Lehrpersonen beobachtet und begleitet. Dabei erhalten Kinder gezielte Rückmeldungen und werden zu Reflexionen angeregt. Dies unterstützt Kinder bei der Interpretation und Einordnung ihres Lernprozesses sowie in ihrer Selbsteinschätzung. Abschliessend wird das Gelernte gefestigt, mit dem Ziel, dass Kinder das erworbene Wissen und Können in Handlungssituationen anwenden und auch weiterentwickeln (Gogoll, 2022).