Rahmenmodell
Im Bewegungs- und Sportunterricht sollen vielfältige Handlungssituationen ermöglicht werden, welche Kinder nicht nur in ihrer motorischen Entwicklung, sondern auch in ihrer Selbst- und Sozialkompetenz fördern. Im Sinne einer Orientierungsgrundlage sind im nachfolgenden Kreismodell (Abb. 1) die wesentlichen curricularen Bezüge des Deutschschweizer Fachlehrplans visualisiert, die von Lehrpersonen für die Planung Ihres Unterrichts zu berücksichtigen sind.
Eine wesentliche Zielsetzung des Bewegungs- und Sportunterrichts ist es Kinder für die selbstbestimmte Teilhabe an der Bewegungs- und Sportkultur zu befähigen (D-EDK, 2016). Im Aufbau dieser Handlungsfähigkeit (Gogoll, 2022) ist es deshalb wichtig, dass Heranwachsende im Verlauf ihrer Schulzeit entsprechende Kompetenzen erwerben, die eine Erschliessung ihrer räumlichen und sozialen Lebenswelt unterstützen (Abb. 1). Das Sammeln von vielfältigen Sinnes- und Bewegungserfahrungen in unterschiedlichen Lernsituationen, die Förderung der Wahrnehmungsfähigkeit und eines bewussten Umgangs mit dem eigenen Körper sowie der soziale Austausch mit anderen Kindern bilden dabei wichtige Bestandteile dieses Lern- und Entwicklungsprozesses (D-EDK, 2016).

Im Zentrum des Rahmenmodells steht das lernende Kind, das sich bewegt (zum Beispiel beim Laufen, Balancieren, Tanzen) oder etwas bewegt (zum Beispiel Spielen mit Bällen). Dieser Kompetenzerwerb im schulischen und ausserschulischen Kontext kann dabei in verschiedenen Sozialformen alleine (ich), zu zweit (du) oder in der Gruppe (wir) stattfinden. Im Rahmen dieser sozialen Interaktionen können Kinder voneinander lernen und wertvolle kooperative und komparative Situationen erleben.
Für den Kompetenzerwerb gibt der Deutschschweizer Fachlehrplan sechs bewegungsbezogene Kompetenzbereiche (zum Beispiel Laufen, Springen, Werfen) und für jeden dieser Bereiche jeweils aufbauende Kompetenzstufen für jeden Zyklus vor (D-EDK, 2016). Neben der Förderung der fachlichen Kompetenzen ergeben sich im Bewegungslernen auch vielfältige Möglichkeiten, um personale, soziale und methodische Kompetenzen (überfachliche Kompetenzen) zu fördern (D-EDK, 2016; Zimmer, 2020). Damit Bewegung, Spiel und Sport von Lernenden als sinnerfüllte Tätigkeit erfahren und ein möglichst nachhaltiges Interesse gefördert wird, ist es im Rahmen des Kompetenzaufbaus auch wichtig entsprechende Bezüge zu den sechs pädagogischen Perspektiven herzustellen (D-EDK, 2016; Kurz, 2004). «Das Erleben von Leistungs- oder Wagnissituationen, der soziale Austausch und das kooperative Lernen mit Gleichaltrigen, sich mit dem Körper auszudrücken, die Körperwahrnehmung zu verbessern und das Wohlbefinden zu fördern, sind Beispiele für diese mehrperspektivische Ausrichtung des Fachs» (Kühnis et al. im Druck).
Für die Förderung eines breiten Bewegungsrepertoires von Kindern sind formelle und informelle Lerngelegenheiten in verschiedenen Lernorten in und ausserhalb von Bildungseinrichtungen wichtig sowie die Nutzung verschiedener Spiel- und Bewegungsmaterialien.