Gewalt im 2. Zyklus

Gewalterfahrungen gehören für viele Kinder auf der Mittelstufe zum Alltag. Das kann sich in Wutanfällen, wiederkehrendem Nicht-Einhalten von Regeln oder absichtlichem Verärgern und Plagen von andern äussern. Auch sexualisierte Gewalt und (Cyber-)Mobbing können vorkommen.

Inhalt dieser Seite

Wichtige Themen

Im Zentrum der schulischen Gewaltprävention stehen auf der Mittelstufe die Förderung von überfachlichen Kompetenzen, die Etablierung von Standards und Regeln sowie die Stärkung des Normbewusstseins.

Im Folgenden werden fünf Themen aufgeführt, die im zweiten Zyklus wichtig sind. Für jedes Thema werden Bezüge zum Lehrplan 21 hergestellt sowie empfohlene Lehrmittel und Unterrichtsmaterialien aufgelistet.

Zentrale Inhalte

  • Gefühle bei sich und anderen erkennen und benennen
  • Gefühle als Signale ernst nehmen und akzeptieren
  • Gefühle angemessen ausdrücken
  • Perspektivenübernahme und Empathie fördern

Bezüge zum Lehrplan 21

Überfachliche Kompetenzen (ÜK)

Die Schüler:innen

  • können eigene Gefühle wahrnehmen und situationsangemessen ausdrücken.
  • können aufmerksam zuhören und Meinungen und Standpunkte von andern wahrnehmen und einbeziehen. (S. 39).

ÜK: Personale Kompetenzen

Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG)

Die Schüler:innen

  • können sich in andere Menschen hineinversetzen und deren Gefühle, Bedürfnisse und Rechte respektieren und sich für sie einsetzen (zum Beispiel bei Streit, Mobbing). (NMG.10.1.f)
  • können menschliche Grunderfahrungen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und vergleichen (zum Beispiel verschiedene Kulturen, Generationen, Geschlecht). (NMG.11.1.d)
  • können ethisch problematische Situationen aus verschiedenen Perspektiven betrachten und einen Standpunkt einnehmen. (NMG.11.4.d)

Empfohlene Lehrmittel

4. bis 6. Klasse
4. Klasse
5. und 6. Klasse

Zentrale Inhalte

  • Eigene Bedürfnisse und Anliegen erkennen und ausdrücken
  • Standfestigkeit und Selbstsicherheit im Umgang mit Gleichaltrigen entwickeln
  • Nein sagen können

Bezüge zum Lehrplan 21

Überfachliche Kompetenzen (ÜK)

Die Schüler:innen

  • können ihre Interessen und Bedürfnisse wahrnehmen und formulieren
  • können die Argumente zum eigenen Standpunkt verständlich und glaubwürdig vortragen
  • können einen eigenen Standpunkt einnehmen und vertreten, auch wenn dieser im Gegensatz zu vorherrschenden Meinungen/​Erwartungen steht (S. 37).

ÜK: Personale Kompetenzen

Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG)

Die Schüler:innen

  • können sexuelle Übergriffe (zum Beispiel sprachliche Anzüglichkeiten, taxierende Blicke, Berührungen, Gesten) und sexuelle Gewalt erkennen, wissen wie sie sich dagegen wehren und wo sie Hilfe holen können. (NMG.1.2.d)

Empfohlene Lehrmittel

4. BIS 6. KLASSE

4. KLASSE

5. UND 6. KLASSE

Zentrale Inhalte

  • Wirksame Strategien zum Umgang mit Stress und Emotionen wie Angst und Ärger finden

  • Sich entspannen können

  • Angemessener Umgang mit heftigen oder unangenehmen Gefühlen

Bezüge zum Lehrplan 21

Überfachliche Kompetenzen (ÜK)

Die Schüler:innen

  • können eigene Gefühle wahrnehmen und situationsangemessen ausdrücken (S. 37).

ÜK: Personale Kompetenzen

Überfachliche Kompetenzen (ÜK)

Die Schüler:innen

  • können Kritik annehmen und die eigene Position hinterfragen.
  • können Formen und Verfahren konstruktiver Konfliktbearbeitung anwenden (S. 38).

ÜK: Soziale Kompetenzen

Bewegung und Sport (BS), didaktische Hinweise

Die Schüler:innen

  • können Emotionen unter Anleitung reflektieren (zum Beispiel Teambildung). (BS.4.B.1.6c)
  • können Emotionen kontrollieren (zum Beispiel Schiedsrichter:innenentscheide akzeptieren). (BS.4.B.1.6d)

Empfohlene Lehrmittel

4. bis 6. Klasse
4. Klasse
5. und 6. Klasse

Zentrale Inhalte

  • Strategien im Umgang mit Problemen und Konflikten entwickeln, Handlungsalternativen suchen
  • Konfliktsituationen differenziert wahrnehmen
  • Handlungskonsequenzen erwägen und bewerten

Bezüge zum Lehrplan 21

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)

Die Schüler:innen

  • diskutieren und erproben Handlungsmöglichkeiten und Gewohnheiten, die Gesundheit und Wohlbefinden erhalten und fördern (S. 43).

BNE: fächerübergreifendes Thema Gesundheit

Überfachliche Kompetenzen (ÜK)

Die Schüler:innen

  • können sachlich und zielorientiert kommunizieren, Gesprächsregeln anwenden und Konflikte direkt ansprechen.
  • können Formen und Verfahren konstruktiver Konfliktbearbeitung anwenden.
  • können in einer Konfliktsituation einen Konsens suchen und diesen Konsens anerkennen.
  • können Konfliktsituationen, die sich nicht lösen lassen, aushalten und nach neuen Konfliktlösungsmöglichkeiten suchen; wenn nötig holen sie bei Drittpersonen Unterstützung.
  • können die von der Schule bereitgestellten Hilfen nutzen und Instrumente zur gewaltfreien Konfliktlösung akzeptieren (S. 38).

ÜK: Soziale Kompetenzen

Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG)

Die Schüler:innen

  • lernen, Konflikte in der Gruppe fair zu lösen und können verschiedene Strategien anwenden (zum Beispiel Schlichtung, Abstimmung, Konsens). (NMG.10.1e)

Bewegung und Sport (BS), didaktische Hinweise
  • Der Bewegungs- und Sportunterricht bietet «Gelegenheiten, den Umgang mit Emotionen zu thematisieren, die Konfliktfähigkeit zu verbessern und Aspekte des Fairplay einzubringen» (S. 436).

Weitere Informationen zu den Schwerpunkten von Bewegung und Sport

Empfohlene Lehrmittel

4. BIS 6. KLASSE
4. KLASSE
5. UND 6. KLASSE

Zentrale Inhalte

  • Verbale und nonverbale Kommunikationskompetenzen entwickeln
  • Beziehungen aufbauen und aufrechterhalten
  • Konstruktiv zusammenarbeiten
  • Wichtigkeit von Regeln für das Zusammenleben begreifen
  • Wertmassstäbe im Hinblick auf Fairness, Selbstverantwortung und Zivilcourage entwickeln
  • Prosoziales Verhalten entwickeln, Verantwortungsbewusstsein für gefährdete Mitschüler:innen entwickeln

Bezüge zum Lehrplan 21

Überfachliche Kompetenzen (ÜK)

Die Schüler:innen

  • können sachlich und zielorientiert kommunizieren, Gesprächsregeln anwenden und Konflikte direkt ansprechen.
  • können Formen und Verfahren konstruktiver Konfliktbearbeitung anwenden.
  • können in einer Konfliktsituation einen Konsens suchen und diesen Konsens anerkennen.
  • können Konfliktsituationen, die sich nicht lösen lassen, aushalten und nach neuen Konfliktlösungsmöglichkeiten suchen; wenn nötig holen sie bei Drittpersonen Unterstützung.
  • können die von der Schule bereitgestellten Hilfen nutzen und Instrumente zur gewaltfreien Konfliktlösung akzeptieren (S. 38).

ÜK: Soziale Kompetenzen

Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG)

Die Schüler:innen

  • können gemeinschaftsfördernde Aktivitäten in der Klasse vorschlagen und umsetzen sowie Mitverantwortung für das Wohlergehen aller übernehmen (zum Beispiel Ordnung im Klassenzimmer, wertschätzender Umgang miteinander). (NMG.10.1.d)
  • lernen, Konflikte in der Gruppe fair zu lösen und können verschiedene Strategien anwenden (zum Beispiel Schlichtung, Abstimmung, Konsens). (NMG.10.1e)
  • können sich in andere Menschen hinein versetzen und deren Gefühle, Bedürfnisse und Rechte respektieren und sich für sie einsetzen (zum Beispiel bei Streit, Mobbing). (NMG.10.1.f)
  • können Freundschaft auch in Konfliktsituationen und bei gegenläufigen Interessen gestalten (zum Beispiel sich versöhnen, verschiedene Interessen berücksichtigen). (NMG.10.2 c)
  • können Qualitäten von Freundschaft und Liebe beschreiben (zum Beispiel Zuneigung, Vertrauen, Gleichberechtigung). (NMG.10.2d)

Empfohlene Lehrmittel

4. BIS 6. KLASSE
4. KLASSE
5. UND 6. KLASSE

Lehrmittel und Unterrichtsmaterialien

Mutig gegen Mobbing

Alsaker, Françoise D. 2017. Mutig gegen Mobbing: In Kindergarten und Schule. Bern: Hogrefe. 

Denk-Wege Informationen zum Programm
Mobbing ist kein Kinderspiel

Alsaker, Françoise D., Stefan Valkanover, Rudolf Welten, und Marianne Kauer. 2004. Mobbing ist kein Kinderspiel: Kindergarten bis 9. Schuljahr. Medienpaket mit Filmbeispielen. Bern: Schulverlag plus AG.

No blame approach

Blum, Heike, und Detlef Beck. 2016. No blame approach: Mobbing-Intervention in der Schule. Praxishandbuch. 5. aktualisierte Auflage. Köln: Fairaend.

Fairplayer.Manual

Braun, Viola, Laura König, Anton Walcher, Stephan Warncke, und Herbert Scheithauer. 2019. Fairplayer.Manual – Klasse 5–6: Förderung von sozialen Kompetenzen – Prävention von Mobbing und Schulgewalt. Praxismanual für die Arbeit in Schulklassen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Das Buddy-Prinzip

Faller, Kurt, und Winfried Kneip. 2007. Das Buddy-Prinzip: Soziales Lernen mit System. Düsseldorf: BuddY e.V.

Kunterbunt

Gattiker, Susanne, Rosa Grädel, und Daniela Mühlethaler. 2019. Kunterbunt. Ich und die Gemeinschaft. 6. unveränderte Aufl. Bern: Schulverlag plus AG.

Harmo-Nie?

Högger, Dominique. 2014. Harmo-Nie? Zeigen unsere Schäfchen plötzlich Zähne? – Beziehungsgestaltung im schulischen Alltag. 3., angepasste Aufl. Windisch: PH FHNW, Institut Weiterbildung und Beratung.

Sozialtraining in der Schule

Petermann, Franz, Gert Jugert, Uwe Tänzer, und Dorothe Verbeek. 2012. Sozialtraining in der Schule. 3. Aufl. Basel: Beltz Verlag.

Programme und Projekte

Programm zur Förderung personaler und sozialer Kompetenzen.

Lehrmittel für den Kindergarten, die Unterstufe und die Mittelstufe und Angebot für Primarschuleinheiten zur systematischen Förderung von überfachlichen Kompetenzen.

Informationen zum Programm

Ein Curriculum des Heidelberger Präventionszentrum (HPZ) zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und zur Gewaltprävention (gebunden an spezielle Fortbildung).

Letzte Aktualisierung: 24. August 2026