Stress im 1. Zyklus

Die Schule kann Kinder darin unterstützen, ihre eigenen Stresssituationen zu erkennen, Entspannung zu finden und Bewältigungsstrategien für Belastungen und herausfordernde Lebensereignisse zu entwickeln.

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Wichtige Themen

Die meisten Kinder weisen eine stabile psychische Gesundheit auf. Dennoch ist eine Minderheit in dieser Altersgruppe Belastungen und lebensverändernden Ereignissen ausgesetzt, was zu Angst, Unruhe oder Aggression führen kann. Dabei sind sozioökonomisch benachteiligte Kinder und Kinder mit Migrationshintergrund häufiger betroffen.

Eine gesunde körperliche und psychische Entwicklung setzt die bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers und der eigenen Gefühle voraus. Kinder müssen lernen, ihre eigenen Stresssituationen zu erkennen, das Stresserleben mitzuteilen und sich zu entspannen. Damit dies gelingt, benötigen sie einerseits fachliche und überfachliche Kompetenzen sowie andererseits soziale Unterstützung durch ihr Umfeld.

Lehrpersonen können Kinder unterstützen, belastende Situationen problemorientiert und emotionsregulierend anzugehen. Zudem können sie Situationen im Unterricht durch vertrauensvolle Beziehungen, Fürsorge sowie Zeit für das einzelne Kind so gestalten, dass Belastungen weniger stark sind oder gar nicht erst entstehen [de Quervain et al. 2020, Güntzer 2017].

Im Folgenden werden drei Themen aufgeführt, die im ersten Zyklus wichtig sind. Für jedes Thema werden Bezüge zum Lehrplan 21 hergestellt sowie empfohlene Lehrmittel und Unterrichtsmaterialien aufgelistet.

Zentrale Inhalte

  • Angenehme und unangenehme Gefühle, Stress und Probleme wahrnehmen und darüber reflektieren können (Körpersignale, Gedanken, Situationen)
  • Wer bin ich, was macht mich aus?
  • Auslöser für angenehme und unangenehme Gefühle erkennen können
  • Wirksame Strategien im Umgang mit negativen Gefühlen entwickeln (Emotionsregulation, Erhöhung der Frustrationstoleranz und Impulskontrolle)

Bezüge zum Lehrplan 21

überfachliche Kompetenzen

Die Schüler:innen

  • können eigene Gefühle wahrnehmen und situationsangemessen ausdrücken.
  • können ihre Interessen und Bedürfnisse wahrnehmen und formulieren.
  • können auf ihre Stärken zurückgreifen und diese gezielt einsetzen.
  • können Fehler analysieren und über alternative Lösungen nachdenken.
  • können auf Lernwege zurückschauen, diese beschreiben und beurteilen.
  • können eigene Einschätzungen und Beurteilungen mit solchen von aussen vergleichen und Schlüsse ziehen (Selbst- und Fremdeinschätzung) (S. 37).

Personale Kompetenzen

Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG)

Die Schüler:innen

  • können sich und andere wahrnehmen und beschreiben. Ich bin ich. (NMG.1.1)
  • können anhand von Beispielen (zum Beispiel in Geschichten) Gefühle und Interessen beschreiben und Unterschiede und Gemeinsamkeiten benennen. (NMG.1.1.b)
  • können Mitverantwortung für Gesundheit und Wohlbefinden übernehmen und können sich vor Gefahren schützen. (NMG.1.2)
  • können subjektives Wohlbefinden beschreiben und mit Erfahrungen verbinden (zum Beispiel Situationen der Freude, Aktivität, Ruhe, Zufriedenheit). (NMG.1.2.a)
  • können in Konflikten angeleitet eigene Bedürfnisse und Befindlichkeiten formulieren und jene von anderen wahrnehmen. (NMG.10.1.b)

Empfohlene Lehrmittel

  • Verhaltenstraining im Kindergarten (Koglin u. Petermann 2013)
    KG: ja, 1./2. Klasse: nein
  • Ich und meine Gefühle (Kreul 2018)
    KG: ja, 1./2. Klasse: ja
  • Papperla Pep (Rytz et al. 2014)
    KG: ja, 1./2. Klasse: ja
  • Denk-Wege (vormals Pfade)
    KG: ja, 1./2. Klasse: ja
  • MindMatters (Radix 2019)
    • Mit Stress umgehen – im Gleichgewicht bleiben – Förderung der Resilienz in der Schule
  • Wetterfest (Arbeitsgruppe «Lebenskompetenzen stärken» 2010)
    KG: ja, 1./2. Klasse: ja
    • Seiten 33–35: Da bin ich – Selbstwahrnehmung – Selbstbild
    • Seiten 106–108: Gefühle, Gefühle … ich zeige sie her
    • Seiten 106–110: Wohin mit meiner Wut
  • Ich du wir (Kaufmann et al. 2015)
    KG: ja, 1./2. Klasse: ja
    • Karten 9, 10, 11, 12: Motive, Bedürfnisse, Wünsche.

Zentrale Inhalte

Stress und Anspannung können zu Konzentrationsproblemen führen. Entspannungsübungen und Bewegungspausen helfen, dass sich Schüler:innen erholen und nachher wieder einfacher auf das Lernen einlassen können.

Entspannung kann durch Körperwahrnehmungsspiele, Massage oder Erholung mit Musik erreicht werden. Im Zentrum steht das Erleben der Stille. Aber auch Bewegungspausen helfen Stress abzubauen. Kinder erleben die Auswirkungen von Bewegung und Entspannung auf den Körper, was sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden auswirkt.

Bezüge zum Lehrplan 21

Schwerpunkte des 1. Zyklus

Die Schüler:innen

  • sind aktiv, erproben und üben verschiedene Bewegungsformen.
  • üben ihre koordinativen Fähigkeiten.
  • drücken mit ihrem Körper Gefühle und Empfindungen aus.
  • lernen, Themen körperlich zu gestalten und darzustellen.
  • beginnen, mit körperlichen Stärken und Begrenzungen umzugehen.
  • nehmen ihren Körper in Zeit und Raum und über die Interaktion mit der Umwelt wahr (S. 49f).

Schwerpunkte des 1. Zyklus

Empfohlene Lehrmittel

Weitere Lehrmittel: Thema Bewegung im 1. Zyklus

Webseiten mit Informationen und Unterrichtsmaterialien

  • Auf dieser Webseite von Radix finden sich viele Unterrichtsideen für mehr Bewegung im Kindergarten und in der Primarschule.
    KG: ja, 1./2. Klasse: ja
  • Högger, Dominique. 2013. Körper und Lernen. Mit Bewegung, Körperwahrnehmung und Raumorientierung das Lernen unterstützen. Bern: Schulverlag plus AG.
    KG: ja, 1./2. Klasse: ja

Zentrale Inhalte

  • Konfliktsituationen als solche erkennen und benennen können
  • Lösungsvorschläge für den Umgang mit Problemen (Aushalten, Bewältigung, Hilfe holen, Minderung) suchen
  • Vor- und Nachteile von Lösungen abschätzen und sich für eine Lösung entscheiden
  • Sich beruhigen, Stress abbauen, Beruhigungsstrategien je nach Ort, Zeit, Individuum

Bezüge zum Lehrplan 21

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)

Die Schüler:innen

  • diskutieren und erproben Handlungsmöglichkeiten und Gewohnheiten, die Gesundheit und Wohlbefinden erhalten und fördern (S. 43). (BNE)
überfachliche Kompetenzen

Die Schüler:innen

  • können sachlich und zielorientiert kommunizieren, Gesprächsregeln anwenden und Konflikte direkt ansprechen.
  • können in einer Konfliktsituation einen Konsens suchen und diesen Konsens anerkennen.
  • können Konfliktsituationen, die sich nicht lösen lassen, aushalten und nach neuen Konfliktlösungsmöglichkeiten suchen; wenn nötig holen sie bei Drittpersonen Unterstützung.
  • können die von der Schule bereitgestellten Hilfen nutzen und Instrumente zur gewaltfreien Konfliktlösung akzeptieren (S. 38).

Soziale Kompetenzen

Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG)

Die Schüler:innen

  • können unangenehme und ungewollte Handlungen an ihrem Körper benennen und sich dagegen abgrenzen (zum Beispiel Nein-Sagen, Hilfe holen). (NMG.1.2.b)
  • können in Geschichten und Alltagssituationen gerechte und ungerechte Momente wahrnehmen und benennen. (NMG.11.4.a)
  • können ethisch problematische Situationen aus der Lebenswelt beschreiben und diskutieren (zum Beispiel Ungerechtigkeit, Gewalt). (NMG.11.4.b)

Empfohlene Lehrmittel

  • Denk-Wege (vormals Pfade)
    KG: ja, 1./2. Klasse: ja
  • Wetterfest (Arbeitsgruppe «Lebenskompetenzen stärken» 2010)
    KG: ja, 1./2. Klasse: ja.
    Seiten 317–320: Trauer und Traurigkeit; in schwierigen Situationen im Leben durchhalten.

Lehrmittel und Unterrichtsmaterialien

Wetterfest Informationen zum online verfügbaren Lehrmittel
Kinder in Bewegung Högger, Dominique. 2009. Kinder in Bewegung: Impulse für offene Bewegungssettings im Unterricht. Hölstein: Verlag LCH Lehrmittel 4bis8.
Denk-Wege (vormals PFADE) Informationen zum Programm
Ich Du Wir Informationen zur Lehrmittelreihe
Verhaltenstraining im Kindergarten Koglin, Ute, und Franz Petermann. 2013. Verhaltenstraining im Kindergarten. Ein Programm zur Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen. 2. überarb. Aufl. Göttinge: Hogrefe.
Ich und meine Gefühle Kreul, Holde. 2018. Ich und meine Gefühle. Emotionale Entwicklung für Kinder ab 5. Bindlach: Loewe Verlag.
Bewegt und selbstsicher Lienert, Sonja, Judith Sägesser Wyss, und Heidi Spiess. 2016. Bewegt und selbstsicher: Psychomotorik und Bewegungsförderung in der Eingangsstufe: Grundlagen und Unterrichtspraxis. 3. korr. Aufl. Bern: Schulverlag plus.
MindMatters Informationen zum Programm
Papperla PEP Rytz, Thea, Renie Uetz, und Veronica Granjean. 2014. Papperla PEP – Körper und Gefühle im Dialog. Kindergarten bis 2. Schuljahr. 2. unveränderte Aufl. Bern: Schulverlag Plus.
Bilderbücher

Literaturverzeichnis

  • de Quervain, Dominique, Amanda Aerni, Ehssan Amini, Dorothée Bentz, David Coynel, Virginie Freytag, Christiane Gerhards, et al. (2020) The Swiss Corona Stress Study: Second Pandemic Wave, November 2020.

    OSF Preprints. December 16. 

  • Güntzer, Alexandra (2017) Jugendliche in der Schweiz leiden unter Leistungsdruck und Stress.

    Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik 23 (2): 38–44.

Letzte Aktualisierung: 24. August 2026