Stress im 3. Zyklus

Im dritten Zyklus können die schulischen Anforderungen und die anstehenden Entwicklungsaufgaben ein hohes Stresserleben auslösen. Die Schule kann die Jugendlichen darin unterstützen, eigene Stresssituationen zu erkennen, Entspannung zu finden und den Stress zu bewältigen.

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Wichtige Themen

Die Mehrheit der Schweizer Jugendlichen im Sekundarschulalter schätzen ihre Gesundheit als gut ein. Viele Herausforderungen des Alltags können sie selbständig bewältigen. Gleichzeitig zeigt sich jedoch bei rund einem Drittel regelmässiges Stresserleben in der Schule, insbesondere im Zusammenhang mit Leistungsdruck, Prüfungen und Zukunftsfragen. [Albrecht et al. 2021, Ambord et al. 2020, Hunold u. Papandreou 2023, Balsiger et al. 2025]. Besonders betroffen sind Mädchen im Alter von 13 bis 15 Jahren, wie die HBSC-Studie [Balsiger et al. 2025] und die Pro Juventute Jugendstudie [Albrecht et al., 2024] belegen.

Damit die Schüler:innen körperlich und psychisch gesund bleiben, benötigen sie einerseits fachliche und überfachliche Kompetenzen sowie andererseits soziale Unterstützung durch ihr soziales Umfeld. Lehrpersonen können Schüler:innen unterstützen, belastende Situationen problemorientiert und emotionsregulierend anzugehen. Zudem können sie Situationen im Unterricht durch vertrauensvolle Beziehungen und Zeit für die einzelnen Kinder so gestalten, dass Belastungen weniger stark sind oder gar nicht erst entstehen [zum Beispiel Gentaz 2022].

Im Folgenden werden drei Themen aufgeführt, die im dritten Zyklus wichtig sind. Für jedes Thema werden Bezüge zum Lehrplan 21 hergestellt sowie empfohlene Lehrmittel und Unterrichtsmaterialien aufgelistet.

Zentrale Inhalte

  • Angenehme und unangenehme Gefühle, Stress und Probleme wahrnehmen und darüber reflektieren können (Körpersignale, Gedanken, Situationen)
  • Auslöser für angenehme und unangenehme Gefühle erkennen können
  • Mit Frustrationen im Alltag umgehen können (Emotionsregulation)

Bezüge zum Lehrplan 21

überfachliche Kompetenzen

Die Schüler:innen

  • können eigene Gefühle wahrnehmen und situationsangemessen ausdrücken.
  • können ihre Interessen und Bedürfnisse wahrnehmen und formulieren.
  • können auf ihre Stärken zurückgreifen und diese gezielt einsetzen.
  • können Fehler analysieren und über alternative Lösungen nachdenken.
  • können auf Lernwege zurückschauen, diese beschreiben und beurteilen.
  • können eigene Einschätzungen und Beurteilungen mit solchen von aussen vergleichen und Schlüsse ziehen (Selbst- und Fremdeinschätzung) (S. 37).

Personale Kompetenzen

Berufliche Orientierung (BO)

Die Schüler:innen

  • können Schwierigkeiten, belastende Gefühle und Gründe für Frustration im Bildungs- und Berufswahlprozess benennen, sich damit auseinandersetzen und sich ihrer Ressourcen bewusst bleiben (zum Beispiel Fähigkeiten, Unterstützung im Umfeld). (BO.3.2.a)
Religionen, Kulturen, Ethik (RKE)

Die Schüler:innen

  • können eigene Ressourcen wahrnehmen, einschätzen und einbringen. (RKE 5.1)
  • können verschiedene Lebenslagen und Lebenswelten erkunden und respektieren. (RKE 5.5)

Empfohlene Lehrmittel

Webseiten mit Informationen und Unterrichtsmaterialien

feel-ok.ch

  • Tipps gegen Prüfungsangst
  • Selbstvertrauen-Selbstwert
  • Stress
  • Suizidalität

Zentrale Inhalte

Stress und Anspannung können zu Konzentrationsproblemen führen. Entspannungsübungen und Bewegungspausen helfen, dass sich Schüler:innen erholen und nachher wieder einfacher auf den Lernstoff einlassen und konzentrieren können.

Entspannung kann zum Beispiel durch Körperwahrnehmungsspiele, Massage und Erholung mit Musik erreicht werden. Im Zentrum steht das Erleben der Stille. Aber auch Bewegungspausen helfen Stress abzubauen und wirken sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden aus.

Bezüge zum Lehrplan 21

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)
  • Gesundheit umfasst das physische, psychische und soziale Wohlbefinden des Menschen. Die Schülerinnen und Schüler lernen zunehmend, Mitverantwortung für ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit zu übernehmen. Dafür erwerben sie Wissen über den menschlichen Körper, dessen Funktionsweise und über verschiedenste Faktoren, die Wohlbefinden und Gesundheit beeinflussen. Dazu gehören Bereiche wie Ernährung, Bewegung, psychische Gesundheit, soziale Netze, Sexualität, Partnerschaft, Sucht und Gewalt (S. 43). (BNE)
Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH)

Die Schüler:innen

  • können den Zusammenhang unterschiedlicher Einflüsse auf die Gesundheit erklären (zum Beispiel Ernährung, Bewegung, Entspannung, Körperhaltung, Arbeitsbedingungen, Belastungen). (WAH.4.1.a)
  • können im Alltag Bedingungen, Situationen und Handlungsweisen erkennen und benennen, die für die Gesundheit eine förderliche bzw. abträgliche Wirkung haben (zum Beispiel Genuss, Sucht, Bewegung). (WAH.4.1.b)
Religionen, Kultur, Ethik (RKE)

Die Schüler:innen

  • kennen Möglichkeiten, mit Spannungssituationen und Stress umzugehen (zum Beispiel Pausengestaltung, Bewegung). (RKE.5.1.b)
Musik (MU)

Die Schüler:innen

  • können Bewegungs- und Tanzausschnitte und charakteristische Tanzfiguren in musikalischen Projekten einsetzen (zum Beispiel in einem Musical). (MU.3.C.1.j)

Empfohlene Lehrmittel

Weitere Lehrmittel: Thema Bewegung im 3. Zyklus

Webseiten mit Informationen und Unterrichtsmaterialien

Zentrale Inhalte

  • Möglichkeiten und Strategien für den Umgang mit Problemen (Aushalten, Bewältigung, Hilfe holen, Minderung) und die Verhaltensregulation kennen
  • Lern- und Arbeitstechniken gegen Lernstress kennen
  • Sich beruhigen, Stress abbauen, Beruhigungsstrategien je nach Ort, Zeit, Individuum

Bezüge zum Lehrplan 21

überfachliche Kompetenzen

Die Schüler:innen

  • können einen geeigneten Arbeitsplatz einrichten, das eigene Lernen organisieren, die Zeit einteilen und bei Bedarf Pausen einschalten.
  • können Stärken und Schwächen ihres Lern- und Sozialverhaltens einschätzen.
  • können sich Unterstützung und Hilfe holen, wenn sie diese benötigen (S. 37).

Personale Kompetenzen

überfachliche Kompetenzen

Die Schüler:innen

  • kennen allgemeine und fachspezifische Lernstrategien und können sie nutzen.
  • können die Aufgaben- und Problemstellung sichten und verstehen und fragen bei Bedarf nach.
  • können einschätzen, wie schwer oder leicht ihnen die Aufgaben/​Problemlösungen fallen werden.
  • können bekannte Muster hinter der Aufgabe / dem Problem erkennen und daraus einen Lösungsweg ableiten.
  • können neue Herausforderungen erkennen und kreative Lösungen entwerfen.
  • können Ziele für die Aufgaben und Problemlösungen setzen und Umsetzungsschritte planen.
  • können Lern- und Arbeitsprozesse durchführen, dokumentieren und reflektieren (S. 39).

Methodische Kompetenzen

Religionen, Kulturen, Ethik (RKE)

Die Schüler:innen

  • kennen Möglichkeiten, mit Spannungssituationen und Stress umzugehen (zum Beispiel Pausengestaltung, Bewegung). (RKE.5.1.b)
  • kennen Anlaufstellen für Problemsituationen (zum Beispiel Familie, Schule, Sexualität, Belästigung, Gewalt, Sucht, Armut) und können sie bei Bedarf konsultieren. Verbindlich: Beratung, Therapie, Selbsthilfe. (RKE.5.1.c)
Berufliche Orientierung (BO)

Die Schüler:innen

  • können mögliche Herausforderungen im Bildungs- und Berufswahlprozess erkennen, Frustrationen benennen, eigene Ressourcen miteinbeziehen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln. (BO.3.2)

Empfohlene Lehrmittel

  • Schritte ins Leben (Odermatt u. Estermann 2018).
    • Seiten 21–34: Stressig ist Essig
    • Seiten 35–45: Aus Schwierigkeiten herausfinden
  • Wetterfest (Arbeitsgruppe «Lebenskompetenzen stärken» 2010)
    • Seiten 252–255: Erkennen, dass Probleme allgegenwärtig sind; Lösungsansätze in Problemsituationen, unter anderem Hilfe holen.
  • «Wie geht’s dir?» (Bürgisser u. Lehner 2020).
    • Modul 3: Lass uns reden!
    • Modul 4: Hilfe in Anspruch nehmen

Webseiten mit Informationen und Unterrichtsmaterialien

feel-ok.ch: Tipps für Prüfungsvorbereitungen

Lehrmittel und Unterrichtsmaterialien

Wetterfest Informationen zum online verfügbaren Lehrmittel
«Wie geht’s dir?»

Bürgisser, Titus, und Hanspeter Lehner. 2020. «Wie geht’s dir?» Unterrichtsmodule für die Sekundarstufe I. 2. Auflage Zürich: Kampagne «Wie geht’s dir?».

Das Lehrmittel kann kostenlos auf der Webseite der Kampagne «Wie geht’s dir?» heruntergeladen werden.

Zur Webseite

Fit for Life

Jugert, Gert, Anke Rehder, Peter Notz, und Franz Petermann. 2009. Fit for Life. Module und Arbeitsblätter zum Training sozialer Kompetenzen, Grundlagen, Training und Fortbildung. Weinheim und München: Juventa Verlag GmbH.

Praxisbuch Achtsamkeit

Kaltwasser, Vera. 2016. Praxisbuch Achtsamkeit in der Schule: Selbstregulation und Beziehungsfähigkeit als Basis von Bildung. Basel und Weinheim: Beltz-Verlag.

Bewegungspausen

Müller, Urs, und Jürg Baumberger. 2008. Bewegungspausen – konzentriert und leistungsfähig dank bewegten Pausen. Horgen: bm-sportverlag.ch.

Schritte ins Leben

Odermatt, Albert, und Sara Estermann. 2018. Schritte ins Leben. Ich und die Gemeinschaft. Luzern: Klett und Balmer Verlag.

Odermatt, Albert, und Sara Estermann. 2019. Schritte ins Leben. Persönlichkeitsbildung und Gemeinschaftskunde für Jugendliche, Begleitband mit Online-Material. Luzern: Klett und Balmer Verlag. 

Zur Webseite

Training mit Jugendlichen

Petermann, Franz, und Ulrike Petermann. 2007. Training mit Jugendlichen. Aufbau von Arbeits- und Sozialverhalten. 8. Aufl. Göttingen: Hogrefe.

MindMatters Informationen zum Programm
Achtsame Schule 1 Rechtschaffen, Daniel. 2016. Die achtsame Schule: Achtsamkeit als Weg zu mehr Wohlbefinden für Lehrer und Schüler. Freiburg im Breisgau: Arbor Verlag.
Achtsame Schule 2 Rechtschaffen, Daniel. 2018. Die achtsame Schule: Leicht anwendbare Anleitungen für die Vermittlung von Achtsamkeit. Freiburg im Breisgau: Arbor Verlag.
Fairplayer 7–9 Scheithauer, Herbert, Anton Walcher, Stephan Warncke, Felix Klapprott, und Heike Dele Bull. 2019. Fairplayer.Manual – Klasse 7–9: Förderung von sozialen Kompetenzen – Prävention von Mobbing und Schulgewalt. Praxismanual für die Arbeit in Schulklassen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
IPSY Informationen zum Spiralcurriculum
Entspannung in der Schule

Zimmer, Kurt, und Kerstin Wenge. 2015. Entspannung in der Schule. Anleitungen und Beispiele. In Prävention in NRW / 65. Düsseldorf: Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. 

Zur Materialiensammlung

Literaturverzeichnis

  • Albrecht, Ingo, Mara Kottlow, Patric Stocker, und Holger Ziegler (2021) Pro Juventute Stress-Studie.

    Zürich: Pro Juventute Schweiz. 

  • Balsiger, Nora, und Marina Delgrande Jordan (2025) Gesundheit und Gesundheitsverhalten von 11-, 13- und 15-jährigen Jugendlichen im Jahr 2022 und Entwicklung über die Zeit: Die Schweiz im internationalen Vergleich – Ergebnisse der Studie Health Behaviour in School-aged Children (HBSC).

    Forschungsbericht Nr. 176. Lausanne: Sucht Schweiz. 

  • de Quervain, Dominique, Amanda Aerni, Ehssan Amini, Dorothée Bentz, David Coynel, Virginie Freytag, Christiane Gerhards, et al. (2020) The Swiss Corona Stress Study: Second Pandemic Wave, November 2020.

    OSF Preprints. December 16. 

  • Hunold, Claude, und Alexandra Papandreou (2023) Gesundheit von Schüler*innen der Stadt Zürich. Resultate der Befragung Schuljahr 2022/2023.

    Zürich: Schulgesundheitsdienste der Stadt Zürich. 

  • Gentaz, Edouard (2022) Förderung der psychischen Gesundheit.

    In: Gesundheitsförderung für und mit Kindern – Wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfehlungen für die Praxis, hrsg. v. Fabienne Amstad et al., 75–87. Bern: Gesundheitsförderung Schweiz.

  • Werling, Anna, Renate Drechsler, S. Walitza, Lulzana Musliu, Silija Bachmann, und Kirstin Mosler (2024) Pro Juventute Jugendstudie.

    Zürich: Pro Juventute Schweiz. 

Letzte Aktualisierung: 24. August 2026